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Erfolgsbeispiel: Gesundheitscheck des Kontos

Ein 75 Jahre alter Kunde aus Jordanien hat erhebliche Verluste erlitten. Durch riskante Investitionen in exotische und illiquide Fonds-Produkte, die ihm seinerzeit von seinem Schweizer Bankier empfohlen wurden, hat er einen zweistelligen Prozentsatz seines Vermögens verloren. Wir fragten ihn, ob er einen Vermögensverwaltungsvertrag an Ort und Stelle bei der Bank unterzeichnet hatte. Seine Antwort war nein. Er sagte, dass er kein Vermögensverwaltungsmandat und auch kein reines Beratungsmandat (Advisory Agreement) unterzeichnet habe. Seine Banker hätten nie vorgeschlagen, auch nur eine beratende Vereinbarung zu unterzeichnen. Jede Transaktion wurde von ihm genehmigt. Normalerweise, in einer Situation wie dieser, hat der Auftraggeber die Verantwortung für die Folgen, die sich aus den Investitionen ergeben. Wir fragten die Bank an, uns alle Unterlagen zuzustellen. Fünfzehn Ordner sind angekommen. Als wir die Unterlagen geprüft haben, kam heraus, dass die Beziehung mit der Bank vor mehr als zehn Jahren begonnen hatte und zwar nur aufgrund von sehr konservativen Investitionen. Vier Jahre nach dem Beginn der Kontoverbindung, erhielt der Kunde einen Kundenberater mit arabischen Sprachkenntnissen.

Sein neuer Kundenbetreuer hat keine Zeit verloren. Er hat ihm geraten, seine konservativen Treuhandanlagen zu liquidieren und in einige profitable Fonds zu investieren. Zu Beginn dieser Strategie war er erfolgreich. Jeden Tag kontaktierte der Betreuer seinen Kunden via Telefon, um ihn davon zu überzeugen, mehr und mehr Geld in diesen Fonds zu investieren. Der Kunde investierte mehr und mehr. Beide Parteien waren glücklich. Es war eine intensive Beziehung zwischen dem Kunden und seiner Bank. Die Bank hat riesige Provisionen gemacht und der Kunde hat Geld verdient. Im Jahr 2008 änderte sich die Situation schlagartig. Der Fonds verlor massiv an Wert. Von seiner anfänglichen Investition von USD 15 Millionen waren am Schluss nur noch weniger als USD 5 Millionen da. Er hat einen Schaden in Höhe von mehr als USD 10 Millionen erlitten.

Nach einem Entscheid des Schweizerischen Bundesgerichtes ist eine mindest 2 Jahre dauernde Vertragsbeziehung zwischen Kunde und Bank als Beratungsmandat zu qualifizieren, sofern die Beziehung zwischen der Bank und dem Kunden als sehr intensiv qualifiziert werden kann. Selbst wenn keine Beratung schriftlich vereinbart wurde, hat man von einem mündlichen Beratungsvertrag auszugehen, sofern eine lange Beziehung mit der Bank von mindestens 2 Jahren und eine intensive Kommunikation zwischen dem Kunden und der Bank vorliegt.

Wir kontaktierten die Bank und wir besprachen die Lage. Eine professionelle Beratung kümmert sich um ausreichende Diversifikation - das war hier nicht der Fall, weil 85% der Vermögenswerte beim gleichen Fondemittenten investiert wurden. Ein Mangel an Diversifikation stellt eine schwerwiegende Verletzung eines der grundlegendsten Prinzipien in der klassischen Schweizer Asset Management Industrie. Die hohe Konzentration von Risiken wurde von der Bank nicht verhindert oder abgemahnt, trotz bestehender Abmahnungspflicht aufgrund des bestehenden Beratermandates. Die Bank hatte unserer Kunden zu kompensieren. Nach einigen hartnäckigen Verhandlungen über die effektive Höhe des Schadens, fanden wir eine für unseren Kunden mehr als befriedigende Lösung auf gütlichem Wege.

In einem Falle wie diesem ist es nicht ausreichend, mit dem Kunden über sein Konto und seinen Schaden zu sprechen. Was wir brauchen, ist die Edition von allen Akten mit vollständiger Kontodokumentation. Basierend auf allen Dokumenten machen wir dann unseren Health Check. Aufgrund unserer Erfahrung sind wir schnell in der Lage, zu erkennen, ob die Bank Fehler gemacht hat oder nicht, ob es sich lohnt weiter zu machen oder nicht.

In diesem Falle war kein Beratungsvertrag schriftlich abgefasst im Dossier ersichtlich. Trotzdem, die lange Dauer und die intensive Kommunikation mit vielen Investitionen qualifiziert das Vertragsverhältnis mit der Bank als mündlichen Beratungsvertrag mit allen rechtlichen Konsequenzen zu Gunsten des Kunden. Ohne Akteneinsicht und genaue Untersuchung aller Akten und Kontobewegungen wäre es nie möglich gewesen, eine Entschädigung von der Bank erhalten. Nur dank genauem Studium des Dossiers konnten wir eine sehr intensive Kommunikation zwischen Kunde und Bank nachweisen, nämlich mehr als 1800 ausgetauschte Emails.

Wir kämpfen für die Rechte unserer Mandanten!

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